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72 Familien Dräger und Seide

 

 

Eltern                
Dräger Helmut 13.07.1893 Hitzdorf  

Arbeiter,

kleine Landwirtschaft

  29.07.1948 Tramstow
Dräger Olga 30.03.1902 Michelsdorf geb. Seide     12.04.1989 Anklam
Tochter                
Dräger Irmgard 12.03.1931 Hitzdorf     Rusch    

 

 

Großeltern                
Seide Gottlieb 10.02.1880      Rentner   01.01.1965  
Seide Mathilde 25.11.1880   geb. Krüger     21.06.1971  
Kinder                
Seide Olga 30.03.1902 Michelsdorf     Dräger 12.04.1989 Anklam
Seide Wanda 15.09.1904 Michelsdorf     Zunk 22.07.2006 Langensalza
Seide Rosa 19.03.1919 Michelsdorf     Riemer 28.01.1987 Anklam
Seide Gertrud 29.11.1921 Hitzdorf     Göring 28.09.1997  

 

 

 

 

 

   

Hochzeitsbild

Olga und Helmut Dräger.

 

Olga Dräger

 

 

 

 

   

Olga und Irmchen Dräger - 17.03.1949.

 

Trude Seide (Mitte) mit Irmchen Dräger (rechts)

und Gerd Zunk.

 

 

 

   

Familie Dräger vor ihrem Haus.

 

Familie Dräger/Seide.

 

 

       

 

Irmchen Dräger (rechts) mit Hans und Gretchen Hacker.
 

Helmut, Willi, Olga und Irmchen Dräger.

 

Irmchen mit Oma Elisabeth Dräger.

 

   
Helmut Dräger als Soldat im 1. WK.
  Helmut und Willi Dräger als Soldaten.

 

 

 

 

 

 

 

Olga Dräger geb. Seide

Bericht von Irmgard Rusch geb. Dräger aus Hitzdorf

für den Heimatgruß Rundbrief

 

 

 

Meine Mutter Olga Dräger geb. Seide wurde am 30.03.1902 in Michelsdorf, Kreis Wlodawa (ca. 170 km südöstlich von Warschau), geboren.

Sie war die älteste von noch drei weiteren Schwestern. Die Eltern hatten eine Landwirtschaft in dem überwiegend von Deutschen bewohnten Ort Michelsdorf,

und wie meine Mutter oft erzählt hat, ging es ihnen dort ganz gut. Dann kam 1914 der Krieg. Als die Deutschen und Österreicher im Sommer 1915 die russische Front durchbrachen und auch über die Weichsel vorstießen, zogen sich die Russen aus dem Lubliner Land zurück und nahmen alle Deutschen mit.

Sie wurden weit ins Innere Russlands deportiert. Auf der Fahrt dorthin sind zwei weitere kleine Schwestern gestorben.

Sie waren sechs Wochen bei Wind und Wetter unterwegs, ehe sie in ein Lager kamen.

Mama hat immer erzählt, dass sie in einer Gärtnerei arbeiten mussten und nannte die Ortsnamen Saratow und Samara.

Saratow, 350 km nördlich von Zarizyn, dem späteren Stalingrad, hatte um 1900 rund 140.000 Einwohner.

Samara an der Wolga, das spätere Kuibyschew, hatte um 1900 rund 95.000 Einwohner und lag ca. 360 km nordöstlich von Saratow.

Dort waren sie über zwei Jahre. Opa Seide war auch im Krieg als russischer Soldat.

 

 

Die Konfirmationsurkunde von Olga Seide zeigt, dass die 14-Jährige im Lager "Saiter" hieß und in Chwalynsk am 10.07.1916 konfirmiert wurde.

 

 

 

   

Konfirmationsurkunde Olga Seide.

 

Arbeitsbuch Olga Dräger.

 

 

 

Chwalynsk liegt  an der Wolga, etwa in der Mitte zwischen Saratow und Samara, und hatte um 1900 rund 15.500 Einwohner, sechs russische Kirchen und eine Moschee.

Aber keine deutsche Kirche, darum ist in dem Dokument der Satz "Confirmiert in der Kirche" durchgestrichen.

Als sie nach dem Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und Russland am 15.12.1917 wieder zurück nach Michelsdorf kamen, fanden sie ihren Hof abgebrannt vor.

Sie bekamen Unterkunft bei Freunden, was aber auf Dauer nicht ging.

Opa verkaufte seine Wirtschaft und zog mit seiner Familie nach Deutschland. Seine Schwester Christine war mit einem Bauern Berg in Hitzdorf verheiratet. Dort fanden sie Wohnung und Arbeit.

Es lebt noch eine Schwester meiner Mutter in Thüringen, sie wird im September 2004 100 Jahre alt. Sie lebte früher mit ihrer Familie in Kranzin auf dem Gut Glahn.

In Hitzdorf war meine Mutter bei einem Bauern in Dienst.

Sie lernte meinen Vater Helmut Dräger kennen. Er stammt aus einer großen Bauern-Familie (Dorfplan im HR 209/1990, S. 25, hier findet sich auch der Familienname Seide),

die Hofanlage ist bis heute erhalten.

Helmut Dräger wurde am 10.07.1893 in Hitzdorf geboren. Er arbeitete von 1917 bis 1938 in der Hitzdorfer Dampfziegelei Zinke & Eckardt,

danach im Landhandel der Kreis-Landwirtschafts-Gesellschaft Rithausen & Co und schließlich in der Revierförsterei Buchwald bei Augustwalde als Waldarbeiter.

 

 

 

   

Arbeitsbuch Helmut Dräger.

   

 

 

 

1936 oder 1937 kauften meine Eltern ein neues Haus in der Nähe der Ziegelei Zinke von einem Brunnenbauer Haase, dem das Geld ausgegangen war. Es war noch ein Rohbau.

Wir hatten eine kleine Landwirtschaft dabei, es ging uns gut. Dann wurde noch angebaut, und Oma und Opa Seide zogen zu uns. Bis die Russen kamen und alles abbrannten.

Mein Vater war in Kriegsgefangenschaft bei den Amerikanern, die ihn dann an die Russen übergaben. Er wurde 1946 entlassen. Wir hatten nach der Bodenreform in der SBZ eine Siedlung in Tramstow, dort ist er schon 1948 an TBC gestorben. Meine Mutter wurde 87 Jahre alt, sie starb im April 1989. Beide liegen in Tramstow begraben.

Ich habe keine Geschwister und habe meine Mutter öfter gefragt, warum ich ein Einzelkind bin. Sie sagte immer, sie selbst musste als Kind viel entbehren, mir sollte das nicht passieren, aber es kam ja alles anders. Ich hatte eine schöne Kindheit in Hitzdorf, war mit Frau Schulz geb. Herder und Lehrer Hacker's Kindern und noch vielen anderen befreundet.

Meine Oma Dräger ist eine geboren Elisabeth Busse aus Klosterfelde. Sie starb aber schon 1936 oder 1937. Opa Dräger kenne ich nur von Fotos, er war da schon tot.

Irmgard Rusch geb. Dräger

 

 

Helmut Dräger sen. war mit Elisabeth Busse aus Klosterfelde verheiratet, es waren die Eltern von Helmut und Willi Dräger. Helmut sen. ist im 1. Weltkrieg als Soldat gefallen und seine Witwe hat den Hof und das Arbeiterhaus an Kothenbeutel verkauft, der hat dann an August Berg verkauft und der letzte Besitzer war Erich Graper.

 

 

 

 

 

   

   
Helmut und Olga Dräger - 1938.  

 

Irmgard Dräger - 1938.
 

Willi Dräger - 1938.

 

 

 

Gottlieb Seide hat in den 30er Jahren bei Helmut Meyer auf dem Hof bis zum Erreichen des Rentenalters gearbeitet.

In dieser Zeit hat er mit seiner Frau Mathilde im Arbeiterhaus bei Meyer's auch gewohnt.  

Der Dorfplan von Willi Erdmann zeigt, dass Familie Seide vorher im Arbeiterhaus von Graper gewohnt hat, das zu der Zeit noch im Besitz von August Berg war

und vorher zum Hof der Familie Dräger gehörte.

August Berg hat dann einen Hof in Radun gekauft und bis Kriegsende dort gelebt.

Familie Berg stammt ursprünglich aus dem polnischen Teil des Warhegaus.

 

 

Mehrere Mitglieder der Familie sind auf den Belegschaftsfotos der Ziegelei Zinke zu sehen.

 

 

 

 

Luise Meyer, Marie Schalow, Frau Bettermann und Mathilde Seide vor dem Backofen von Fam. Meyer.

 

 

 

Anmerkungen von Wolfgang Palm:

Michelsdorf ist ein Dorf an der Straße von Lublin nach Wlodawa. Wlodawa liegt am Bug, 80 km nordöstlich von Lublin, der heute die Grenze bildet zwischen Polen und Weißrussland bzw. der Ukraine. Michelsdorf, 28 km südwestlich der Kreisstadt Wlodawa, war um 1900 das einzige Dorf in diesem Bezirk mit einem deutschen Namen. Es handelte sich um eine der 211 deutschen Siedlungen, die nach 1782 bzw. 1864 von deutschen Einwanderern auf den Gütern polnischer Edelleute im Cholmer und Lubliner Land gegründet wurden und etwa 50.000 Menschen umfassten. Der polnische Landadel war, besonders nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861, in große finanzielle Schwierigkeiten geraten, die zu den Landverkäufen, vor allem an Deutsche, führten. Diese mussten jedoch meistens zuerst Wälder roden und versumpfte Gebiete trocken legen. Michelsdorf selbst stammt in seinen Anfängen schon aus dem Jahre 1782. Die ersten Siedler waren Mennoniten, die 1882 durch Deutsche aus Dörfern im Raum Babiak in Kujawenien, nordöstlich von Konin/Warthe, ergänzt wurden. Diese Kulturleistung deutscher Bauern in Polen wird heute bei der Behandlung der deutsch-polnischen Beziehungen oft vergessen. Nach 1921 verließen viele deutsche Bauernfamilien ihre Höfe im neu gegründeten polnischen Staat, weil sie nicht die polnische Staatsangehörigkeit annehmen wollten oder wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten, und gingen zurück nach Deutschland, dem Herkunftsland ihrer Vorfahren im 18. und 19. Jahrhundert – so auch Familie Seide aus Michelsdorf. Der Kreis Arnswalde nahm nach dem 1. Weltkrieg viele dieser Menschen auf, in Siedlungen, die gegründet wurden, als es den Gutsbesitzern nicht gut ging, und sie große Teile ihrer Ländereien an Siedlungsgesellschaften verkaufen mussten. Beispiel dafür sind Alt-Klücken, Berkenbrügge, Bernsee, Friedenau, Kratznick, Klosterfelde, Pammin, Plagow, Schlagenthin, Schwerinsfeld und andere Dörfer im Kreis Arnswalde.

 

 

 

 

                                                                                                                           Mathilde und Gottlieb Seide.

 

 

 

Hochzeit von Rosa Seide und Wilhelm Riemer 1938

 

 

 

Hochzeit von Rosa Seide und Wilhelm Riemer (Wardin) am 19.04.1938 in Hitzdorf


An der Wand v. l. Arthur Hacker, Mamsell aus Kranzin, Willi Dräger, Mamsell aus Kranzin, ?, Trude Seide, Soldat ?, Erika Hohmuth;

2. Reihe v. l. Helmut und Olga Dräger (geb. Seide), Emil Ziegenhagen, Margarete Hacker, Erna und Gustav Riemer,

Wanda (geb. Seide) und Paul Zunk, Frau von Paul Riemer, Paul Riemer, Pastor Haferburg;

sitzend v. l. Anna Ziegenhagen, Ernestine Riemer, Vater Riemer, Braut Rosa Riemer (geb. Seide), Bräutigam Wilhelm Riemer, Mathilde Seide (geb. Krüger),

Gottlieb Seide, Ursel Hinz (Kranzin).

Kinder v. l. Günther Ziegenhagen, Willi Riemer, Magret Hacker, Irmgard Dräger, Gerhard Zunk, Hans Hacker.

 

Wilhelm Riemer stammte aus Wardin. Das Ehepaar zog in eine Wohnung in das Landratsamt nach Arnswalde.

 

 

 

 

 

   

   

 

Stehend v. l. 1 ?, 2 ?, 3 Trude Seide, 4 Ilse Höhn, 5 ?, 6 Emma Wilke,
7 Irene Schalow, 8 Edith Petznick;
vorne v.l. ?, Erika Hohmuth, Elli Stollfuß.
 

 

Gertrud Seide - 1938.
 

 

Kaffeetafel bei Hacker's - links Rosa Seide.

  

 

 

   

 

Wanda (geb. Seide) und Paul Zunk - 1938.
 

Hochzeit von Wanda Seide und Paul Zunk -

rechts die Brauteltern Mathilde und Gottlieb Seide, links vermutlich die Eltern Zunk.

 

 

 

 

 Hochzeit Hermann Mörke aus Hitzdorf und Gertrud Ückert aus Schlagenthin

1952 in Busow bei Anklam 

 

Irmgard (geb. Dräger) und Rudolf Rusch (oben 3.4. v. r.),

Olga Dräger (Mitte 3. v. r.).

 

 

  

 

   

Links Olga Dräger, rechts Anna Fischer bei Zinke.

 

Links Helmut Dräger -

Belegschaftsfoto Ziegelei Zinke.

 

 

   

Ziegelei Zinke - v. l. Meta Wilke, Wanda Zunk (geb. Seide), Gotthold Völker und Hedwig Schöning.

 

Ziegelei Zinke - rechts Paul Zunk aus Kranzin.

  

 

Der Hof von Griese in Kranzin -

Kranzin-Abbau, 2 km östlich der Kirche von Kranzin.

V. l. Meta Griese (geb. Dräger), Kind Willi Griese, Fritz Griese, Kinder Otto Griese und Robert Dräger,

Ella (Elisabeth) Dräger (geb. Busse aus Klosterfelde, die Mutter von Helmut Dräger aus Hitzdorf), Johann Friedrich Dräger.


 

 

 

   

Rudolf, Irmgard, Rita und Evi Rusch.

 

Olga Dräger mit ihren Enkelkindern.

 

   

Wanda Zunk geb. Seide

 

Irmchen Rusch geb. Dräger, Margarete Schulz geb. Herder und Rita Weiß geb. Rusch

in Berlin.

 

 

 

Hier standen früher die Häuser von Dräger und Remus - Mai 2011.

 

 

 

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