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Das Kriegsende – Januar und Februar 1945

Generalmajor a.D. Hans Voigt und Fritz Mörke beschreiben die Januar- und Februartage von 1945 in den Büchern "Der Kampf um Arnswalde“ und "Als Arnswalde brannte“.

 

Generalmajor Voigt war seit August 1944 Kommandant des Festungsabschnitts der Pommernstellung in Deutsch Krone. Am 12.1.1945 wurde jedoch die Heeresgruppe Weichsel zur Abwehr der russischen Angriffe gegründet. Ihr neuer Oberbefehlshaber war Heinrich Himmler. Er traf am 21.1.1945 in Deutsch Krone ein und ersetzte als erstes alle kampferfahrenen Kommandanten über 50 Jahre, auch den Generalmajor Voigt. Die Nachfolger waren junge SS-Gruppen- und Obergruppenführer.

Der russische Marschall Schukow rückte seit Anfang Januar mit der 1. Weißrussischen Front unaufhaltsam vor. Dazu gehörten unter anderem 10 Armeen, 1 Luftarmee, 2 Panzer-Korps und 2 Kavallerie-Korps.

Am 14.1.1945 kamen die 1. und 2. Garde-Panzer-Armee, die 5. Stoß-Armee, die 8. Garde-Armee, die 61. Armee, die 1. Polnische Armee, das 2. Garde-Kavallerie-Korps und die 3. Stoß-Armee hinzu.

Am 24.1.1945 wurden abends 60 Heimaturlauber aller Waffengattungen in Arnswalde in der Infanterie-Kaserne zusammen gerufen. Sie bildeten eine sogenannte Urlauberkompanie. Ihr Führer war Leutnant Horst Pälchen aus Kleeberg.

In der Nacht zum 25.1.1945 musste der Volkssturm nach Hochzeit ausrücken.

Am 26.1.1945 bekamen die Kreise Arnswalde und Friedeberg den Befehl zur Evakuierung von Betrieben und Maschinen, aber keine Treckerlaubnis für die Zivilbevölkerung !

Am 27.1.1945 wurde die Netze auf der Linie Kreuz-Filehne-Scharnikau von den Russen überschritten. Daraufhin wurde am selben Abend die Schaffung der Abwehrflanke Bahn–Pyritz–Arnswalde beschlossen.

Die Pommernstellung war nicht mehr ausreichend besetzt, die geplante Sprengung der Dragebrücke bei Hochzeit war aus unerklärlichen Gründen nicht mehr erfolgt, und somit gelangten die russischen Truppen ungehindert, und viel schneller als erwartet, in den Süden des Kreises Arnswalde.

Vom 27. bis 31. 1.1945 besetzten die Russen mit der 2. Sowj. Garde-Panzer-Armee, der 5. Sowj. Stoß-Armee und dem 2. Panzer-Korps der 1.Weißrussischen Front von Süden her den Kreis.

Am 28.1.1945 waren Marienwalde, Klosterfelde und Hagelfelde besetzt, Panzerspitzen kamen bis Schwachenwalde, Granow, Plagow und Sellnow.

Jägersburg und Regenthin bekamen an diesem Tag die Treckerlaubnis, sie kamen aber nur noch bis Hitzdorf. Dort wurden sie von den Panzern überrollt, mussten vorübergehend im Dorf bleiben und am 21.2.1945 zurück in ihre Heimatdörfer.

Generalmajor Voigt wurde am 28.1.1945 nach Arnswalde entsandt, er wurde dort Kommandant der Kampfgruppe Arnswalde. Diese hatte es hauptsächlich mit der 212., der 311. und der 356. Schützendivision vom 80. Sowj. Schützen-Korps zu tun.

Am 29.1.1945 wurde Göhren besetzt, dort wurden 17 deutsche Soldaten erschossen.

Am 30.1.1945 traf ein Eisenbahnpanzerzug in Arnswalde ein. Sein Einsatz konnte aber keine große Entlastung mehr bringen.

In diesen Tagen gab es immer wieder Angriffe auf Kleeberg, Sellnow, Plagow und Hitzdorf. In Granow wurden mehr als 44 Personen erschossen, in Karlshöhe der Gutsbesitzer und seine Frau erschlagen.

Am 31.1.1945 wurden in Kleeberg die Bahnbeamten erschossen. Augustwalde, Plagow und Hitzdorf galten als vollständig besetzt. Von hier wurden die Angriffe auf die Sicherheitslinie vor Arnswalde von den Russen vorbereitet und durchgeführt.

Hitzdorf hatte bis zum 31.1.1945 immer noch keine Treckerlaubnis!!!

Laut Mörke wurden nach dem Einmarsch der Russen in Hitzdorf 14 Personen erschossen, der Ortsgruppenleiter L. und der Propagandaleiter K. wurden zu Tode gequält. Es gab mehrere tote Frauen nach Vergewaltigungen.

Später wurden 13 Personen aus Hitzdorf verschleppt, davon sind 10 in Russland verhungert.

Im Februar wurde Hitzdorf offiziell zum Kampfgebiet erklärt, der Kampf um die Festungsstadt Arnswalde ging in die Endphase. Viele Jugendliche und alte Männer mussten für die Russen Kampfstellungen bauen und haben die fürchterlichen Angriffe auf Arnswalde (u.a.13.2.1945) zwischen den Fronten miterlebt.

Am 21.2.1945 wurden die meisten Bewohner über Augustwalde–Reierort–Marienwalde–Hagelfelde– Bernsee–Jägersburg nach Regenthin evakuiert.

In der folgenden Nacht endete der Kampf um Arnswalde nach erfolgreicher Evakuierung der Zivilbevölkerung und dem Abzug der restlichen Truppen. Seit dem 22.2.1945 war die Stadt geräumt, am 23.2.1945 meldeten deutsche Stellen: Der Widerstand in Arnswalde wurde aufgegeben.

 

Anmerkung: Die Daten für Hitzdorf entstammen den eingangs genannten Büchern.

Sie unterscheiden sich von den Angaben, die Hitzdorfer bzw. einquartierte Flüchtlinge gemacht haben.

 

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