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Ein Hitzdorfer Weihnachtsbrief aus Tübingen

von Margret Hacker

 

Es ist nichts Besonderes, was ich erzählen will, kein besonderes Ereignis.

Die Leute, die es lesen, sollen auch nicht rührselig werden oder traurig – es ist schwer, ja ich weiß, nicht traurig zu werden bei dem Gedanken an zu Hause, an Weihnachten in der Heimat – ich möchte aber, dass alle, für die ich diese Erinnerung aufschreibe, in Dankbarkeit zurückschauen.         

Stimmungsvoller Gottesdienst in einer von Kerzen hellen Kirche?

Glockengeläut, brausender Orgelton, heitere, erwartungsvolle Menschen?

Ach nein, Weihnachten als schon Krieg war.

Dankbarkeit für ein Kriegsweihnachten?, fragst du wohl. Es waren doch so viele nicht da!

Ja, auch Dankbarkeit für jene Weihnachtsabende im Krieg, als viele nicht da waren!

Ich meine die Weihnachtsfeiern in der alten Schule jedes Jahr am Heiligen Abend.

“Lobt Gott ihr Christen allzugleich“, so fing es immer an. Vielleicht erinnert sich dieser oder jener, die zu dieser schlichten Feier gekommen waren, dachten an die längst erwachsenen Kinder. Ja, auch sie hatten mal vor der dunklen Tafel neben dem hellen Christbaum gestanden und mit klopfendem Herzen ihre Gedichte hergesagt. Die Jungen, die da waren im Sonntagsstaat, hatten rote Ohren und heiße Wangen vor Eifer und Aufregung.

“Es begab sich aber, dass ein Gebot ausging vom Kaiser Augustus ...“ – glaubt mir, es ist nicht so einfach, die Weihnachtsgeschichte herzusagen, wenn der Lehrer daneben steht und vor einem lauter erwachsene Leute.

“Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus“ – still brannten die Kerzen nieder.

Als dann mein Vater (als Lehrer und Organist) all jener gedachte, die draußen in der Welt, in Russland oder Afrika oder vielleicht auf dem Atlantik ihren Mann standen, waren wir alle seltsam nahe, uns alle verband die Liebe zu jenen da draußen, die Hoffnung und der Glaube.

So waren unsere Weihnachtsfeiern im Krieg.

Sie waren wohl gesegnet, denn jedes Jahr kam mit dem Kerzenglanz aufs Neue Trost und Zuversicht in unsere Herzen.

Ich möchte, dass recht viele von denen, die damals dabei waren, einen Schein von jenem Licht mit hinübergerettet haben in unsere Gegenwart, die neue Kerzen der Hoffnung in ihnen entzünden möge.

 

Allen Lesern, vor allem meinen Hitzdorfern, ein Gesegnetes Weihnachtsfest!

Magret Hacker

 

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