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Jugendstreiche in Hitzdorf

Nach Erzählungen von Hannes Meyer, geschrieben 2010 von Silke Lüders

 

Bahnwärter Rennpferd wohnte hinter dem Schmiedeende vom See. Ein Paar Schranken war am Haus (die mittleren), eins am Übergang hinter dem See und ein Paar in Richtung Dorf. Weil er die Jungs immer bei Lehrer Hacker verpetzt hat, und sie dann Schläge bekommen haben, haben sie sich gerächt. Sie haben ihm die Schranken festgebunden, und er musste dann mit seinem Holzbein die weiten Wege auf den Schienen lang laufen, um sie wieder zu lösen.

Der Postbote Fritz Konrad hatte sie auch mehrfach verpetzt. Auf dem Rückweg seiner Tour fuhr er immer am Bahndamm entlang, und auf dem Weg von Höhn nach Baumgarten haben die Jungs ein dünnes Drahtseil gespannt. Er ist mit dem Fahrrad gestürzt und hat sich ernsthaft an der Schulter verletzt. Vorher hatten sie ihm schon öfter ein Brett mit Pappnägeln im Weg verscharrt, und er hat Plattfuß gekriegt. Aber diese Warnung hatte er nicht verstanden.

Vor dem Krieg war in der Gaststätte Kraft auch ein Lebensmittelgeschäft. Mit Einführung der Lebensmittelmarken wurde es geschlossen.

Dann kam ein fliegender Händler mit Pferd und Wagen über die Dörfer: Otto Lewandowski aus Arnswalde. In Hitzdorf hat er immer seine Pferde gefüttert. Einmal haben sich die Pferde in dieser Pause erschreckt und sind durchgegangen. Sie liefen im vollen Galopp durch das Dorf und hätten beinahe einen schweren Unfall in der Hofausfahrt von Helmut Meyer gehabt. Dort verließ gerade ein Kutschwagen mit Familie Sandmann (Schwester von Luise Meyer) den Hof und es wäre um Haaresbreite zum Zusammenstoß gekommen.

 

 

Die Familien Hohensee und Sandmann aus Arnswalde                           

                                                             

Der Händlerwagen kam dann noch bis zum Zigeunerplatz (an der Lehmkuhle). Dort ist der Wagen umgekippt und der ganze Inhalt rausgefallen. Hannes und Helmut Schmidt waren als erste dort. Sie haben blitzschnell die Lebensmittelkarten geklaut, die waren am wertvollsten und man konnte sie gut in den Klamotten verstecken. Außerdem haben sie noch Kandiszucker mitgenommen. Da war aber vorher Petroleum drübergelaufen und somit schmeckte ihre Beute ekelhaft. Sie haben versucht, den Kandis abzuwaschen, aber er war nicht zu retten. Umso größer war die Freude über die Lebensmittelkarten. Oma Luise hat bestimmt geschimpft, aber so wie ich meinen Opa Helmut aus Erzählungen kenne, hat der sicher gesagt: Habt ihr gut gemacht.

 

Bei Familie Hacker hat Hannes mit seinen Freunden (das waren Helmut Schmidt, Fritz Rehwinkel und Werner Berg aus Hitzdorf, Horst Frank aus Kleeberg und Rudi Knöpke aus Augustwalde) die Erdbeeren im Garten mit der Sense abgemäht, als sie gerade in voller Blüte waren. Die Ernte hatte sich für den Sommer also erledigt. Schmied Grams hat sie dabei beobachtet, aber nicht verpetzt. Sie mussten ihm nur in dem Jahr häufiger unentgeltlich helfen, sonst hat er sie immer bezahlt. Lehrer Hacker hatte die Jungs mal wieder geschlagen, und nachsitzen mussten sie auch. Darum hatten sie Rache geschworen. Erst hatten sie einen alten Lappen so in die Brunnenpumpe gesteckt, dass der Pumpschwengel blockiert war und Hacker´s kein Wasser mehr bekamen. Und dann kam der geniale Einfall mit den Erdbeeren.

 

Herr Salomon hat immer die Jauche aus den Stallungen in zwei Holzfässer abgefüllt und mit dem Wagen zu seinen Rüben auf´s Feld gebracht. Er hatte nur zwei Kühe, aber das waren die fettesten aus dem ganzen Dorf. Und er hatte ein sehr gutes Wagenpferd, einen schicken Dunkelfuchs, der prima eingefahren war. Hannes und seine Freunde haben dann sein Gespann rückwärts in den Prittstein gefahren, um ihn zu ärgern. Dabei sind allerdings die Fässer vom Wasser aufgetrieben worden und schwammen danach im See. Es hat mächtig Ärger gegeben.

 

 

Der Prittstein See - Oellermann´s See - liegt auf dem Weg zu den Pieper-Wiesen

(im Kahn Grete Herder, Renate Klepinski und Hilde Arwa)

 

Aber Herr Salomon war sowieso ein Sonderfall. Er hat sich immer über alles sofort aufgeregt. Das hat die Jungs natürlich richtig angespornt. Beim Kühe hüten haben sie mit dem Stock auf seinen Zaun geklopft. Er ist sofort wie eine Furie hinter ihnen her, konnte aber nichts machen, weil die Hunde ihn nicht an Hannes und seine Kumpels ranließen. Waldo hat ihn stramm stehen lassen, was für Hannes immer wieder eine besondere Freude war.

Max Salomon hat auch immer erzählt, dass er einen Blitz mit einer Schaufel abgeleitet hätte, sonst wäre sein Haus abgebrannt. Leider hatte dieser “umgeleitete“ Blitz dann den Kuhstall von Heyn getroffen, der damals niedergebrannt ist.

Er war wohl ein komischer Kauz.

Die Jungs haben oftmals eine Rübe auf eine Forke gesteckt, dann einen alten Hut oben raufgesetzt und sind so hinter seinem Zaun lang gelaufen. Sofort kam Salomon raus und wollte den vermeintlichen Bengel mit seiner Forke vertreiben.

Fritz Meyer und seine Freunde haben ihn auch immer geärgert. Sie haben ihm unter anderem die Blätter der Steckrüben auf so eine Art abgeschossen, dass ein Muster im Feld entstanden ist. Max Salomon ist fast verrückt geworden. Er hat dann Emil Kraft hinzugezogen und der hat aus dem Dorf erfahren, wer für den Quatsch verantwortlich war. Kraft hat die ganzen Geschichten zum Amtsvorsteher Krüger nach Schwachenwalde getragen, und Fritz und seine Freunde mussten wegen grobem Unfug eine Geldbuße zahlen.

Nur während der Kürbisernte waren die Jungs bei Salomon gut angesehen. Er hatte Unmengen an Kürbissen und brauchte Hilfe beim Aufladen.

Im Haus wohnte auch der Schwiegervater Hove. Er wurde der Hundeschlachter genannt, weil er immer die getöteten Hunde (meist wegen Altersschwäche) abgefellt hat. Das war selbst den Jungs unheimlich.

Max Salomon musste dann nach dem Fall von Stalingrad auch noch zum Militär. Der Pole von Emil Heyn wurde abgezogen und musste die Arbeit bei Salomon auf dem Hof machen. Max Salomon war schon Mitte fünfzig, und ist nicht mehr zurückgekehrt.

Auch Pastor Haferburg hat sein “Fett“ abgekriegt. Er kam im Winter oft mit Skiern zur Kirche, und während er sich drinnen aufhielt, haben die Jungs ihm die Skier präpariert. Sie haben das Wachs für die Treibriemen der Selbstbinder so fest eingearbeitet, dass man es nicht mehr abwischen konnte. Danach waren die Skier so stumpf, dass der Pastor nicht mehr damit nach Hause laufen konnte.       

Einmal hat Hannes mit seinen Freunden am Silvesterabend die Türklinken im Dorf mit Wagenschmiere "eingefettet".

In ihren Elternhäusern haben sie auch jeweils eine Tür eingesaut, damit es nicht auffällt. Lehrer Hacker hat abends das Haus verlassen, und ist wie jedes Jahr zu Erdmann´s gegangen. Er trug helle Strickhandschuhe, und wie die hinterher aussahen, kann man sich denken. Damit war dieser Unfug schon ein voller Erfolg!

 

 



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