Willkommen
Hitzdorf
Bewohner
Familie Meyer
Fam. Helmut Meyer
Hitzdorfer Familien
Hitzdorfer Fam. A-E
Hitzdorfer Fam. F-G
Hitzdorfer Fam. H-K
Hitzdorfer Fam. L-M
Hitzdorfer Fam. N-R
Hitzdorfer Fam. S
Hitzdorfer Fam. T-Z
Ortsteil Kleeberg
Besuche in Hitzdorf
Reisegruppe Anklam
Wiedersehen/Treffen
Infos Hitzdorf
Kr. Arnswalde
Arnswalde
Busreise Aug.2013
Busreise Sept.2012
Busreise Juni 2011
Gemeindeliste
Dörfer 2013
Dörfer heute A-J
Dörfer heute K-L
Dörfer heute M-Z
Luftaufnahmen
Alt und Neu Klücken
Augustwalde
Buchenau Sommer 2013
Göhren
Kranzin
Kühnemühle/Wiesenw.
Plagow
Raakow
Raakow heute
Familien aus Raakow
Familie Will
Familie Herder
Verbreitung Herder
Fam. von Schuckmann
Radun
Roskaten
Schönfeld 2013
Schwachenwalde
Sellnow
Sellnow 2
Wardin
Weitere Orte
Gästebuch
Hilfe! Wer kennt ...
Kontakt/Impressum
Inhalt

 

 

 

Ein Beitrag aus dem Rundbrief 252 von 2001 über die Familie von Schuckmann

von Siegfried von Schuckmann, Januar 2001

 

Sehr geehrter Herr Schnabel!

Herzlichen Dank für Ihre Zeilen vom 19. November und für das auch im Namen des Heimatkreises ausgedrückte Beileid. Erst heute komme ich zu einer Antwort, insbesondere da Sie mich ja auch um einige Daten gebeten hatten.

Vorab: Dies ist wirklich eine kleine Welt, auf der ich mich inzwischen viel herumgetrieben habe und diese nicht gerade originelle Feststellung immer wieder machen musste. In der Tat war ich für ein paar Tage auf der Arnswalder Oberschule, mit Peter von Posern, der damals in Raakow zur Miterziehung weilte. Unser durch eine Hauslehrerin erzielter Wissensstand musste geprüft werden, und dafür mussten wir nach Arnswalde. Das war im Jahre 1942, und im Frühjahr ging ich dann nach Niesky auf ein Internat. Es folgten ein Einsatz zum Panzergräben ausheben in Schlesien von August bis Dezember 1944, eine total nutzlose Tätigkeit, da die russischen Panzer später diese Gräben total ignorierten, und danach die Flucht aus Raakow, am 29.Januar 1945, im Schlitten über Stettin nach Westen.

Die Lebensdaten meiner Mutter sind in etwa wie folgt:

Geboren am 23.Januar 1906 in Dresden, Tochter eines sächsischen Kavallerie-Offiziers und seiner schottisch-amerikanischen Ehefrau, aufgewachsen zwischen den beiden Gütern Kittlitz in der Lausitz und Burg Bärenstein im Erzgebirge, Heirat 1928 mit meinem Vater, der in Schlesien aufwuchs, aber dann von unserem eigentlich recht entfernten Onkel Ernst Sch. adoptiert wurde und 1926 nach seinem Tod dessen Gut Raakow übernommen hatte. Vorerst Kulturschock (muss gesagt werden, Sachsen war um einiges kultivierter als die Neumark!), aber dann ein sehr harmonisches Leben auf dem Land, was leider nur ganze 17 Jahre anhielt.

Ich selbst bin 1929 in Berlin geboren, meine Schwester Gabriele 1935 in Landsberg, wo mein Vater Kurator des Johanniter-Krankenhauses war, und schließlich meine jüngste Schwester Ursula 1940 in Raakow. Während der gesamten Kriegsjahre musste meine Mutter sich um den Betrieb kümmern, wenn es auch natürlich einen Inspektor gab. Mein Vater wurde als Reserveoffizier schon einige Tage vor Kriegsausbruch eingezogen und kam Gott sei Dank einige Tage nach dem Zusammenbruch wohlbehalten in Bliesdorf, Kreis Herzogtum Lauenburg, an, wo er erfreulicherweise die Leitung des dortigen, einem Baron Schröder gehörenden Gutes übernehmen konnte, welche Tätigkeit er bis 1965 ausübte. Meine Eltern lebten also von 1945 bis 1965 in Holstein. 1965 zogen die Eltern nach Bonn, wo mein Vater 1975 verstarb und meine Mutter 25 Jahre lang in eigener Regie ein sehr ausgefülltes Leben geführt hat. Am Trauergottesdienst füllten 200 Personen die Kirche!

Erwähnenswert ist noch, dass Fräulein Emmy Dickow, auf einem Hof bei Stettin aufgewachsen, als Säuglingspflegerin 1940 zu uns nach Raakow kam und die Flucht und alle Stationen des Lebens der Eltern mitmachte. Zur Zeit lebt sie in der inzwischen vorerst von mir übernommenen Wohnung in Bonn.

Auf die gezielte Frage nach unserer Familie im Kreis Arnswalde kann ich wie folgt berichten:

Die Schuckmanns sind ursprünglich Mecklenburger, und im Zusammenhang mit dem 1834 verstorbenen Minister Schuckmann war am Hof in Berlin immer von der  “mecklenburgischen Clique“ die Rede. Der erste Schuckmann im Kreis Arnswalde war Otto, der 1849 die Allodialgüter Rohrbeck und Neufließ erwarb. Später kam das Forstgut  Rüggen hinzu, schließlich 1881 das Allodialgut Raakow. Letzteres verkaufte er seinem Sohn Ernst im Jahre 1894 für 450.000 Mark. Sein (Ottos) erster Sohn Bruno war berufsmäßig Diplomat. U.a. von 1907 bis 1910 Gouverneur von Deutsch-Südwest-Afrika. Bruno übernahm Gut Rohrbeck und kaufte 1911 das Forstgut Fischerfelde hinzu. Von 1914 bis zu seinem Tod 1919 war er Deputierter der Kur- und Neumärkischen Ritterschafts-Direktion. 1904 wurde er als konservativer Abgeordneter für die Kreise Arnswalde und Friedeberg in den preußischen Landtag gewählt, dem er mit Ausnahme der Zeit von 1907 bis 1910 bis zur Revolution angehörte.

Ernst war Vollblutlandwirt, hatte Raakow schon 1889 gepachtet und dann, wie erwähnt, 1894 gekauft. Er gründete die Arnswalder Zuckerfabrik, deren Vorstand er bis zu seinem Tode angehörte. 1905 wurde er Abgeordneter im Kreistag und behielt dieses Amt über 20 Jahre lang, ebenfalls bis zu seinem Tode. Darüber hinaus war er jahrelang Mitglied der Landwirtschaftskammer und diente in verschiedenen Funktionen in der Kur- und Neumärkischen Ritterschaft, u.a. in deren Kreditinstitut. Ernst war Mitbegründer des Landbundes und war bis 1926 Vorsitzender der Arbeitgebergruppe.

Sowohl Raakow als auch Rohrbeck waren bis Kriegsende im Besitz der Familie. Verglichen mit anderen Familien war die Präsenz der Schuckamnns im Kreis Arnswalde von knapp einhundert Jahren also nicht sehr lang, dennoch haben die drei genannten Familienmitglieder einiges zum Gemeinwohl beigetragen. Mir selbst war es leider nur vergönnt, lediglich die ersten 15 Jahre meines Lebens dort zu verbringen, bin somit aber einer der letzten, die sich noch recht genau an vieles erinnern können. So fand ich mich auf einem Tagesbesuch von Berlin aus – nach über 50 Jahren  Abwesenheit – in “unserem“ Wald besser zurecht als der uns begleitende Pole, nebenbei ein sehr sympathischer, junger Mann, der in die gleiche Ein-Klassenzimmer-Dorfschule gegangen war wie ich damals 1936/1940, und der hinterher das recht verkommene und überwachsene Grab des Onkel Ernst gesäubert und geputzt hat!

Hiermit haben Sie erst einmal einiges Material, bei Mehrbedarf bitte schreiben!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Siegfried  von Schuckmann

Top