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Wiedersehen nach dem Krieg

Flossenfritz und der Wachmann aus Woldenberg                                                            

Irgendwann in den 70er Jahren hat Hannes mal in einem großen Schweinebetrieb ausgeholfen, der seinem Arbeitgeber gehörte, und sollte Ferkel holen. Er musste nach Tremsbüttel, keine 15 km von seinem Wohnort Bad Oldesloe entfernt. Als er dort auf dem Hof aus dem LKW stieg, wurde er vom Bauern mit den Worten  „Mensch Flossenfritz, was machst du denn hier?“ begrüßt. Es war der ehemalige Wachsoldat ausWoldenberg.   

Es folgte ein ausgiebiges Frühstück, man hatte sich viel zu erzählen. Der Bauer hat in der Firma bei Hannes angerufen und gesagt, ihm wären alle Ferkel weggelaufen und sie müssten nun erst in die Feldmark und sie wieder einfangen. Es würde also noch eine ganze Weile dauern, bis Hannes wieder zurück kommen würde.

 

Günter Schlender                                                                                                                                                   

In den 50er Jahren war Hannes mit dem LKW einer Brotfirma in der Hamburger Innenstadt unterwegs. Eine Straße war gesperrt und er hätte eigentlich zu Fuß zu dem Kunden gehen müssen. Er ist aber mit dem LKW gefahren und wurde von einem Polizisten angehalten. Er musst seine Papiere abgeben und dem Polizeiwagen zur Oberaltenallee in Wandsbek folgen. Der Polizist wollte den Vorfall aufnehmen. Sie fuhren aber nicht auf eine Polizeiwache, sondern in eine Gaststätte. Dort hat der Polizist die Daten von Hannes aufgeschrieben,  und hat gesagt "nun hab ich deine Papiere gesehen, dann will ich dir auch mal meine Papiere zeigen". Hannes war sehr verwundert über dieses Verhalten, bis er die Papiere des Polizisten in den Händen hatte: neben ihm saß Günter Schlender aus Hitzdorf. Sie hatten sich beide nicht erkannt, aber Günter war sofort über den Geburtsort Hitzdorf gefallen. Sie haben ihr Wiedersehen ausgiebig  auf der Wache 14 in Hamburg gefeiert.                          

Hannes wurde anschließend von Günter´s Kollegen durch die Stadt gebracht und musste an der Autobahntankstelle am Horner Kreisel erst einmal eine Pause machen. Dann konnte er nach Hause fahren. Seitdem durfte Hannes immer in dieser gesperrten Straße parken, und zwar direkt vor der Wache. Er ist dann jedes Jahr zu Weihnachten mit Stollen zur Wache gefahren und hat Günter und seine Kollegen beliefert. Das hat ein Kollege von Hannes in der Firma verpetzt und Hannes wurde zum Chef bestellt. Er hat ihm die ganze Geschichte erzählt, sein Chef fand das in Ordnung und die Stollen wurden ab sofort offiziell als Werbegeschenke verbucht.

 

Begegnung in Hitzdorf                                                                                                                                          

Als wir 1978 zum ersten Mal in Hitzdorf waren, ist Elli Meier mit uns zum Hof von Helmut Meyer gegangen und hat für uns übersetzt. Wir durften auf das Grundstück und in das Haus. Der Pole, der dort lebte, hatte nur eine Ohrmuschel und hat Elli immer wieder nach dem Arm von Hannes gefragt. Elli hat uns erklärt, dass er wissen wollte, ob Hannes im Krieg verletzt war. Elli hat das aber verneint, weil sie nichts von seiner Verletzung  im Frühjahr 1945 wusste. Zu der Zeit war Gertrud Meier mit den Kindern nicht im Dorf, sie sind erst später zurück gekommen.

Darum hat Elli immer nur gesagt, dass der große Bruder im Krieg verletzt war, denn Fritz Meyer war einmal auf Genesungsurlaub zu Hause gewesen. Und das hatte Elli noch in Erinnerung.            

Der Pole hat Hannes aber die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen und wir haben gemerkt, dass er sehr skeptisch war.

Es hat sehr lange gedauert, bis wir endlich ins Haus durften. Im Wohnzimmer haben wir dann den Grund dafür gesehen: man hatte ein Möbelstück, vermutlich die alte Standuhr meiner Großeltern, in ein anderes Zimmer geschoben. Die Spuren waren auf dem Fussboden zu sehen, und an der Wand dahinter hingen jede Menge Spinnweben.

Als wir im Wohnzimmer standen, hat mich der Pole dann am Arm gepackt und ist mit mir in die vordere Stube gegangen. Dort hing das Gehörn von dem großen Ziegenbock, der einmal Hannes gehörte. Es war kackgelb angestrichen. Hannes ist natürlich sofort hinterher gekommen und als wir zu dritt vor diesem Ziegenbock standen, da hat der Pole darauf gezeigt und zu Hannes „Du“ gesagt.

Da wurde uns ziemlich schnell klar, um welchen Polen es sich hier handelt. Es war genau derselbe, der Hannes nach dem Krieg bespuckt und beschimpft hatte (Du deutsches Schwein!), und seine Schuhe haben wollte. Und dem aus bekannten Gründen nun ein Ohr fehlte.

Hannes ist sofort zum Auto, und ich wurde angewiesen, meine Mutter und meine Tanten zügig einzusammeln. Wir haben schnellstmöglich gemeinsam mit Elli den Hof verlassen und sind auch nicht wieder hingefahren. 

Diese polnische Familie ist aber inzwischen nicht mehr in Hitzdorf.

 

 

Gerda Gerlach und Marie Schalow                                                                                                        

Zu Gerda Gerlach und Marie Schalow hatte Hannes seit 1973 regelmäßigen Kontakt. Der Sohn von Manfred Stiegert in Mellen (Enkel von Alma Ladewig, der Schwester von Selma Gerlach und Marie Schalow) hatte 1973 Jugendweihe, und zu diesem Anlass haben wir endlich Einreisegenehmigungen bekommen.

Vorher wurden die Anträge immer abgelehnt, weil es keine Verwandtschaft war. Kurz darauf wurden die Tagesvisa für den kleinen Grenzverkehr eingeführt. Es gab fast jeden Monat Besuche.

Marie Schalow wohnte im Nachbarhaus und lebte dort mit im Haushalt, und zu Gerda nach Nebelin waren es auch nur wenige Kilometer.  So konnten wir  für Familie Stiegert und Fr. Schalow über viele Jahre alles mögliche organisieren,  was in der DDR so fehlte.

 

Hilfspolizist Fechner aus Augustwalde                                                                                                         

Hannes hat den Hilfspolizisten Fechner aus Augustwalde, der wirklich fast alle schikaniert hatte, auf einem der ersten Treffen in Wunstorf wieder gesehen. Sein Bruder Fritz Meyer, Wilhelm Oellermann, Helmut Lubitz und einige andere waren auch dabei.

Sie haben, höflich formuliert, ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass dieser Mensch sich noch auf das Treffen traut.  Er ist dann gegangen, und von den Männern hat ihn keiner wieder gesehen.

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